Das Komödienhaus Pfefferberg

Das Komödienhaus Pfefferberg war eine Übergangsspielstätte im rückwärtigen Bereich des Pfefferberg-Areals. Sie existierte nur ein gutes Jahr (eröffnet im Februar 2009, bespielt bis einschließlich April 2010). Im Frühsommer 2015 wurde das Gebäude, das ursprünglich eine Feuerwehrgarage gewesen war, abgerissen.

 

Ziel dieser Spielstätte war es, die logistischen Voraussetzungen für den Betrieb eines größeren Theaters in der Schankhalle Pfefferberg zu prüfen und Erfahrungen bei der Durchführung eines dauerhaften Spielbetriebes in einer Spielstätte zu sammeln, in der alljährlich mehrere hundert Bühnenveranstaltungen stattfinden. Denn Überlegungen für die Realisierung eines größeren Theaters in der Schankhalle haben uns damals (im Herbst 2008 und in den Folgemonaten) schon sehr intensiv beschäftigt.

 

Das war der zentrale Gedanke, als wir uns entschlossen, den morbiden Bau der alten Feuerwehrgarage als zeitweise Theaterspielstätte herzurichten. Wäre nicht die Idee der Schankhalle damals schon so präsent gewesen, hätte es keinerlei Sinn ergeben, dieses schon für den Abriss vorgesehenes Gebäude mit derartigem Aufwand instandzusetzen.

 

Aus der Außenperspektive sind wir damit ein großes Wagnis eingegangen, denn es stand im Herbst 2008 (ja sogar bis zum Mai 2010) nicht fest, ob die Realisierung des Schankhallen-Projektes im vorderen Bereich des Pfefferberges jemals in Angriff genommen werden würde. Das Risiko war für uns auch deshalb erheblich, weil wir beim Ausbau der Feuerwehrgarage keinen Partner an der Seite hatten, der uns im größeren Maße unterstützt hätte. So haben wir die Kosten für die Baugenehmigung und den Ausbau und somit das gesamte finanzielle Risiko dieses Vorläufer-Projektes (vor dem Bau der Schankhalle Pfefferberg) allein getragen. Das betraf auch die ca. 330 Veranstaltungen, die in diesem kleinen Theater in fünfzehn Monaten über die Bühne gingen, denn das Haus und das Projekt hatte keine Förderungen aus öffentlichen Kassen.

 

Der (wichtige) Laborversuch, die alte Feuerwehrgarage des Pfefferberges unter dem Namen "Komödienhaus Pfefferberg" zu einem temporären Theater auszubauen, war eine der Voraussetzungen für die spätere Verwirklichung der Schankhalle. 

 

Sich für den Weg der Entdeckung zu entscheiden, ohne dabei ein Risiko eingehen zu wollen, ist, als würde man sich in einem Taucheranzug in eine Badewanne setzen, weil man Angst davor hat, naß zu werden.

Diese ehemalige Feuerwehrgarage, die im Frühsommer 2010 abgerissen wurde, befand sich im hinteren Bereich des Pfefferberges (Ausgang Teutoburger Platz) und sollte für ein gutes Jahr unser theatralisches Experimental-Labor werden. Aufnahme  Oktober 2008
Diese ehemalige Feuerwehrgarage, die im Frühsommer 2010 abgerissen wurde, befand sich im hinteren Bereich des Pfefferberges (Ausgang Teutoburger Platz) und sollte für ein gutes Jahr unser theatralisches Experimental-Labor werden. Aufnahme Oktober 2008

Hier der wenig schmeichelhafte Anblick von der Straßenseite (hintere Einfahrt zum Pfefferberg Gelände Christinenstraße/Teutoburger Platz), Aufnahme Oktober 2008
Hier der wenig schmeichelhafte Anblick von der Straßenseite (hintere Einfahrt zum Pfefferberg Gelände Christinenstraße / Teutoburger Platz), Aufnahme Oktober 2008


Das Team

Auch wenn wir die Initiatoren und Vorantreiber dieses Projektes waren, konnten und wollten wir es nicht allein meistern. Eine extem wichtige Unterstützung war unser Team, insbesondere Seraina Kobelt, Ina Marie Herr, Silke Fischer, Friedhelm Pörner und Armin Hägele und eine Reihe weiterer Helfer, die uns während des Bauens und dann auch im Spielbetrieb mit enormen Einsatzwillen begleitet haben.  Es war sehr oft sehr, sehr anstrengend. Es ist eben keineswegs selbstverständlich heutzutage, daß sich Menschen für eine Idee Stunden, Tage, Wochen und Monate engagieren und sich darum bemühen, während der Bauphase des Komödienhauses im Winter bei Aussentemperaturen im zweistelligen Minusbereich aus einer unbeheizten Ruine so etwas wie ein Theater zu basteln. Diesen Menschen, die damals unsere Gefährten waren, gebührt unser besonderer Dank!

Danken möchten wir auch Ralf Möller-Flohr und Norbert Lassek, den damaligen Geschäftsführern des VIA Verbundes Berlin, die als Privatperson einen helfenden Beitrag leisteten. Und danken möchten wir auch allen anderen, die das Entstehen des Komödienhauses mit kleineren Beiträgen vielerlei Art beförderten.


Impressionen vom Ausbau: Oktober 2008 bis Februar 2009

Das Gebäude stand schon auf der Abrissliste, als wir uns daran machten, es noch einmal für ein gutes Jahr lang zum Leben zu erwecken. Wenn ihr die Bilder anklickt, werden sie vergrößert; unter den Bildern findet ihr dann auch einen Kommentar.